Narrenzunft "Klein-Paris" Ergenzingen 1958 e.V.
Zunft zur Pflege und Erhaltung alten Brauchtums

Die Ersten Belege
fasnachtlichen Treibens
In Ergenzingen ist fasnachtliches Treiben nicht erst seit Gründung der Narrenzunft im Jahr 1958, sondern bereits in früheren Jahrhunderten bekannt. Die ersten Belege stammen aus dem Jahr 1690. Vor allem aber aus der Mitte des 19. und dem Beginn des 20. Jahrhunderts gibt es eine ganze Reihe von Hinweisen auf ein reges fasnachtliches Treiben. Verschiedene Aufnahmen von Umzügen geben außerdem Zeugnis von der Fasnet in Ergenzingen.
Gründung der Narrenzunft 1958
nach Vorarbeit von Karl Renz
Die Geburtsstunde der Ergenzinger Narrenzunft schlug 1958 als Karl Renz nach gründlicher Vorarbeit zusammen mit seiner Frau Maria vier weitere Ehepaare für die Gründung einer Narrengruppe begeistern konnte. Im September 1958 trafen sich diese Gründer zum ersten Mal. Bereits bei der zweiten Zusammenkunft eine Woche später einigte man sich auf den "Blätzlesbua" als Fasnachtsfigur. Die eigenen Aufzeichnungen sagen aus, dass es die Zunft zunächst nicht einfach hatte, doch dann ging es stetig bergauf, so dass sich bald eine stattliche Zunft im Ort und bei auswärtigen Umzügen präsentieren konnte.
Ablauf der Fasnet in Ergenzingen
beinahe unverändert seit 1963
Im Jahr 1963 wurde die Ergenzinger Fasnet erstmals in der Form gefeiert, nach der sie sich in den folgenden Jahren und bis heute abwickelte.
Auftakt für die Fasnet in Ergenzingen ist das Maskenabstauben am Dreikönigstag. Die hohen Tage der Fasnacht werden am "Schmotziga" Donnerstag zunächst mit der Schülerbefreiung und abends mit der Schlüsselübergabe vor dem Rathaus eingeläutet. Anschließend lädt die Zunft zu einem Zunftabend mit buntem Programm, bei dem vor allem das Jahresgeschehen in Ergenzingen närrisch glossiert wird, ein. Großen Anklang findet auch die "Fleckafasnet" am Fasnetsfreitag. Höhepunkt der Fasnet ist in Ergenzingen alljährlich der Umzug am Fasnachtsdienstag, zu dem sich Tausende von Zuschauern einfinden. Mit der Verbrennung am Fasnetsdienstag findet die Ergenzinger Fasnet ihr Ende.
Erweiterung der Narrenzunft
durch Lausbühlhexen, Stricker, Fleckahuper und Lerchenfänger
Beim Ergenzinger Umzug 1969 trat erstmals eine neue Gruppe, die "Lausbühlhexen", in Erscheinung. Sie wurde von der Gymnastikgruppe des Sportvereins ins Leben gerufen. Später gliederte sich diese Gruppe in die Narrenzunft ein. Eine weitere Narrenfigur, den "Ergenzinger Stricker" schuf man zur Fasnet 1981. Diese Figur ist die einzige Fasnachtsfigur in Ergenzingen, welche einen historisch bedingten Bezug zu Ergenzingen hat. Im Jahr 1986 entstand mit den "Kleinpariser Fleckenhupern" eine weitere Gruppe. Sie sind eine närrische Musikgruppe, die keinem Häszwang unterliegt. Die Fleckenhuper sind inzwischen aus der Ergenzinger Fasnet nicht mehr wegzudenken. Eine weitere Gruppe wurde 2010 geschaffen: der Ergenzinger Lerchenfänger. Dies ist eine Häsgruppe, welche keine Maske trägt und in der Hauptsache für ältere oder körperlich (leicht) beeinträchtigte Mitglieder da ist.
Gründung des Närrischen Freundschaftsring Neckar-Gäu
auch hier war die Narrenzunft Ergenzingen beteiligt
Im Herbst 1968 nahm die Ergenzinger Zunft an einer Zusammenkunft von Zünften aus dem Raum Horb teil und hob den "Närrischen Freundschaftsring um Horb", der sich später in "Närrischer Freundschaftsring Neckar-Gäu" umbenannte, mit aus der Taufe.
Die Zunft entwickelt sich
auch außerhalb der närrischen Zeit
Die Zunft entwickelte in den vergangenen Jahren auch außerhalb der Fasnetszeit reges Leben und begibt sich fast alljährlich zu Zunftausflügen auf große Fahrt oder veranstaltet Sommerfeste und Jugendzeltlager. Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, so beteiligt sich die Narrenzunft am Ergenzinger Herbstmarkt und am Weihnachtsmarkt mit Speis und Trank. Auch der Martinstag wird nach altem Brauch mit Schmausen und Geselligkeit gefeiert, wozu man extra ein Schlachtfest veranstaltet.
Den Brauch, einen Maibaum aufzustellen, hat die Zunft im Jahr 1979 wieder aufleben lassen und mittlerweile bereits mehr als 30 Male vollzogen. In den Jahren 1979/1980 erbaute sich die Zunft in zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden in der Mörikestraße ein schmuckes und geräumiges Zunftheim. Durch die Ortskernsanierung erbaute die Zunft nochmals ein neues Zunftheim in zahlreichen freiwilligen Arbeitsstunden in der Mörikestraße, welches im Jahr 2002 eingeweiht wurde. Das alte Zunftheim wurde zuvor für die Bebauung einer Zufahrtsstraße abgerissen.
Zurzeit hat die Ergenzinger Narrenzunft mehr als 600 Mitglieder.
Die wichtigsten Höhepunkte der Zunftgeschichte
in aller Kürze
In der Zunftgeschichte gab es unterschiedliche Höhepunkte. Als die wichtigsten, neben der eigentlichen Zunftgründung 1958 und dem Erwachsen werden 1970, als die Zunft offiziell „e.V.“ wurde, kann man die verschiedenen Ringtreffen in Ergenzingen nennen. Das erste fand 1975, das zweite 1978 statt. Das 40-jährige Jubiläum wurde 1998 mit einem großen Narrentreffen gefeiert. Unübertroffen jedoch war das Jubiläums-Ringtreffen 2008, welches zum einen das 50-jährige Bestehen der Zunft sowie zum anderen den 40. Geburtstag des Närrischen Freundschaftsrings Neckar-Gäu zum Anlass nahm in Ergenzingen ein riesiges Narrenfest abzuhalten.
